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Sie sind hier: Info - Themen - Telefonische Belästigung


TELEFONISCHE BELAESTIGUNG - KEINE BAGATELLE!

Viele Frauen sind schon einmal am Telefon belästigt worden oder kennen in ihrem näheren Bekanntenkreis eine Frau, der dies passiert ist.

Telefonbelästiger nutzen die Distanz und die einseitige Anonymität, um Frauen und Mädchen unerkannt durch verbale Grenzüber-schreitungen zu verunsichern und zu verletzen oder sie zu demütigen und zu beherrschen. Angst, Entsetzen und Ohnmacht der betroffenen Frauen und Mädchen heben das Selbstwertgefühl der Täter.

Die Belästiger können Fremde sein, die aufs Geratewohl die Telefonnummer einer Frau wählen. Es können aber auch Verwandte, Freunde, Ex-Partner, Nachbarn, Kollegen oder entfernte Bekannte sein, die gezielt bestimmte Frauen unter Druck setzen.

Manche geben sich als Vertreter offizieller Stellen wie Polizei, Ämter, Schulen oder als Mitarbeiter eines Meinungsforschungs-institutes aus.
Andere appellieren an die Fürsorge von Frauen und Mädchen und geben vor, krank zu sein und dass es ihnen helfe, wenn die Mädchen oder Frauen ihren sexuellen Aufforderungen nachkämen. Einige Täter greifen zu noch massiveren Methoden wie Drohungen oder Erpressungen. Es passiert selten, dass die Täter ihre Drohungen wahr machen - doch müssen Frauen auch damit rechnen.

Was tun bei telefonischer Belästigung?

Grundsätzlich sollten Sie versuchen, möglichst ruhig zu bleiben und sich nicht ängstlich zu zeigen (der Täter will ja, dass Sie Angst bekommen). Nur sehr selten macht der Täter seine Drohungen wahr.

Konkret können Sie folgendes tun:

Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie erkennen, dass es sich um eine Belästigung handelt. Sie brauchen dem Anrufer nicht Ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
Deponieren Sie eine Trillerpfeife beim Telefon und pfeifen Sie dem Belästiger schrill ins Ohr!
Erzählen Sie dem Anrufer nicht, dass Sie gerade alleine sind.
Wenn der Anrufer behauptet, er sei von einer Behörde o.ä. Einrichtungen, können Sie das kontrollieren, indem sie sich die Nummer des Anrufers geben lassen und zurückrufen.
Bei häufigen Anrufen, vielleicht durch dieselbe Person, können Sie zusammen mit MitbewohnerInnen, FreundInnen oder einer Mitarbeiterin des FrauenNotruf überlegen, wie Sie sich am besten bei derartigen Anrufen verhalten können.
Wenn Sie Kinder haben, sprechen Sie mit ihnen über diese Problematik und üben Sie mit ihnen ein, dass sie am Telefon keine Auskünfte geben.
Es kann hilfreich sein, sich einen Anrufbeantworter zuzulegen und damit vor dem Abnehmen zu überprüfen, wer anruft.
Wenn Sie häufiger telefonisch belästigt werden, können Sie bei Ihrer Telefongesellschaft eine neue Nummer beantragen, die nicht in das Telefonbuch oder bei der Auskunft eingetragen ist. Es besteht auch die Möglichkeit bei ihrem Telefonanbieter eine Fangschaltung einrichten zu lassen, um den Anrufer identifizieren zu können.

Schon ein einmaliger Belästigungsanruf kann verunsichern oder belasten.

Haben Sie nicht den Anspruch, allein damit fertig werden zu müssen.

Erzählen Sie einer Vertrauensperson davon oder wenden Sie sich an eine FrauenNotrufMitarbeiterin! Das kann entlasten.